Neuigkeiten ab 2014

Das Register Treptow-Köpenick zieht um auf die Internetseite der Berliner Register. Wir sind nun unter http://berliner-register.de/treptow-koepenick zu finden.

Die Auswertung wird weiterhin jährlich erscheinen, die Zusammenarbeit mit den anderen Berliner Registern wird ausgebaut. Insbesondere bei der Kategorisierung und Zuordnung von Vorfällen, sollen gemeinsame Kriterien zugrunde liegen. Darüber wird 2014 diskutiert.

In den Stadtbezirken, in denen es noch keine Register gibt, sollen ab 2014 auch Register entstehen. Für Hinweise nach möglichen Trägern, Bündnissen und Netzwerken oder anderen Ideen rings um die Register, steht Kati Becker als Koordinierung der Berliner Register zur Verfügung.

Die Arbeit der Berliner Register wird durch das Landesprogramm „Demokratie. Vielfalt. Respekt. Gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus“ der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen gefördert.

Die Auswertung des Jahres 2013 wird Anfang März 2014 erscheinen.

 

Ergebnisse 2012

Auswertung des Registers Treptow-Köpenick für 2012
Pressemappe aller Register und ReachOut 2011

Treptow-Köpenick hat im Vergleich zu anderen Regionen eine deutlich sichtbare und aktive rechte Szene, die den Großteil der gesammelten Vorfälle verursacht. Der Bezirk beherbergt die Bundeszentrale der NPD in Köpenick und hat in der Region rund um den Bahnhof Schöneweide mit einer verfestigten rechten Szene zu tun, die dort wohnt, Geschäfte betreibt und den öffentlichen Raum dominieren möchte.

Im Jahr 2012 wurden 220 Vorfälle dokumentiert (2011:198), die bisher höchste Anzahl in einem Jahr, seit Bestehen des Registers. Der Anstieg ist auf ein wachsendes Netz an engagierten Anwohner_innen zurückzuführen, die beim Register ihre Beobachtungen melden, aber auch auf die tatsächliche Menge an Vorfällen. Dabei stellten 160 Propagandavorfälle (73 Prozent) den Großteil aller Vorfälle. Der Anstieg an Vorfällen im Gesamtbezirk ist auf vermehrte Propagandaaktivitäten der rechten Szene in den Regionen Johannisthal und Köpenick Nord zurückzuführen. In diesen Regionen ist es das Ziel der Neonazis, den öffentlichen Raum durch Anbringen ihrer rechter Symbolik zumindest symbolisch zu dominieren.

Die Anzahl der Angriffe ist zwar zurückgegangen (2011:18, 2012:11), Entwarnung kann aber nicht gegeben werden, denn es gibt Angsträume, die von potentiell Betroffenen gemieden werden, sodass weniger Angriffe stattfinden. Der Blick auf die vergangenen Jahre zeigt zudem, dass die Zahl der Angriffe variieren kann. Neun Angriffe richteten sich gegen politische Gegner_innen von Neonazis, zwei waren rassistisch motiviert.

Inhaltlich haben die Vorfälle, die der rechtsextremen Selbstdarstellung dienen, sichtbar zugelegt (2011:72, 2012:101), abgenommen haben dagegen rassistisch motivierte Vorfälle (2011:39, 2012:25). Auffällig ist hierbei ein Rückgang an rassistisch motivierten Angriffen (2011:12, 2012:2).

Es gibt drei Regionen in Treptow-Köpenick in denen ein deutlicher Zuwachs an Vorfällen zu verzeichnen war: Köpenick Nord (+25), Johannisthal (+15) und Oberschöneweide (+12). Alle drei Ortsteile befinden sich in unmittelbarer Nähe zu den „Zentren“ rechtsextremer Strukturen im Bezirk. Trauriger Spitzenreiter im Bezirk bleibt Niederschöneweide mit 68 Vorfällen, es folgen Johannisthal (39), Köpenick Nord (25), Baumschulenweg (21), Oberschöneweide (17) und die Köpenicker Dammvorstadt (17). In Johannisthal und Schöneweide haben sich neue Initiativen gegründet (z.B. Initiative „Uffmucken Schöneweide“, Runder Tisch Johannisthal), die gegen Dominanzbestrebungen der rechten Szene, insbesondere gegen deren Propaganda, vorgehen und sensibel auf solche Aktivitäten reagieren. Dass die Deutungshoheit auf der Straße in der Region um den Bahnhof Schönweide weiterhin „umkämpft“ ist, zeigen 124 (56 Prozent) Vorfälle, die allein in Ober- und Niederschöneweide sowie Johannisthal dokumentiert wurden. Dort fanden außerdem auch 8 von 10 Angriffen statt.

Auch wenn die Vorfälle keinen Rückgang an Aktivitäten der rechten Szene beschreiben, so ist trotzdem ein Wandel im Vergleich zu 2011 spürbar. Es gab weniger, dafür aber gezieltere Angriffe auf politische Gegner_innen, die zu einer Solidarisierung mit den Betroffenen führten. Die Veröffentlichung und Thematisierung von rechtsextremen Strukturen in Schöneweide und das Auftreten des NSU haben zu einem erhöhten medialen Interesse am Ortsteil geführt. Dies hat stark dazu beigetragen, dass Anwohner_innen des Bezirks sich zunehmend demokratisch engagieren wollen. Dabei haben kleine Aktionen wie die Spaziergänge zur Entfernung rechter Propaganda einen besonders positiven Beitrag geleistet, weil sich viele Menschen anschlossen. Inwieweit das neu entstehende Engagement zu einer positiven Entwicklung in den stark betroffenen Regionen beiträgt, werden die kommenden Jahre zeigen.

Über diese Seite

Das Projekt Register ist im November 2007 gestartet. Träger des Projekts war bis Ende 2010 der Verein Offensiv´91e.V. Seit 2011 und 2012 war der Kinderring Berlin e.V. Träger des Projekts. Finanziert wurde das Registers aus den Mitteln des Lokalen Aktionsplans für Treptow-Köpenick.

Das Register sammelt alle Vorfälle aus dem Bezirk Treptow-Köpenick, die eine rechtsextreme oder diskriminierende Motivation als Hintergrund haben, d.h. sie müssen zum Beispiel rassistisch, antisemitisch, autoritär, homophob, behindertenfeindlich oder den Nationalsozialismus verherrlichend sein. Unter Vorfällen versteht das Register nicht nur körperliche Übergriffe, sondern auch Pöbeleien und Sprüche auf der Straße gegen Minderheiten, das Bespucken von Menschen, das Schreien von rechten oder diskriminierenden Parolen, das Hören rechtsextremer Musik, Sachbeschädigungen, Aufkleber, Plakate und Transparente, die im Bezirk angebracht werden und eine rechtsextreme Motivation haben und auch Veranstaltungen und Verteilaktionen von Rechtsextremisten. Die Vorfälle können direkt bei der Koordinierungsstelle des Registers oder in einer der Anlaufstellen gemeldet werden. Eine ausführliche Beschreibung des Projekts finden Sie unter dem Menüpunkt Projektvorstellung. Die Sammlung der Vorfälle soll nicht nur einen differenzierten Überblick über rechte Aktivitäten im Bezirk geben, sondern auch das Ausmaß an Diskriminierung im Alltag verdeutlichen. Aus den Ergebnissen des Registers können demokratische Akteure im Bezirk gezielter Handeln und eine demokratische Kultur dort fördern, wo sie nur wenig ausgeprägt ist.

Die Ergebnisse des Registers werden jährlich veröffentlicht und können u.a. hier auf der Internetseite unter Downloads heruntergeladen werden.

 

 

 

Ab 2007 war das RegisterTK ein Projekt des Lokalen Aktionsplans Treptow-Köpenick, gefördert durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aus den Mitteln des Bundesprogramms "TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN"

 


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