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Projektvorstellung
Auf dieser Seite finden Sie eine kurze Beschreibung des Projekts. Falls Sie sich für das ausführliche Konzept interessieren, klicken Sie bitte hier.
Was ist das Register?
Das Register erfasst Ereignisse mit rassistischem, rechtsextremem, antisemitischem oder homophobem Hintergrund im Bezirk Treptow-Köpenick, die von Anlaufstellen und Bürgerinnen und Bürger des Bezirks gemeldet werden. Es ergänzt damit behördliche Statistiken zu rechtsextremen Vorfällen, weil es auch Ereignisse einbezieht, die entweder nicht zur Anzeige gebracht wurden oder keine strafrechtliche Relevanz besitzen. Dazu können Pöbeleien, Schmierereien, Drohungen und Beobachtungen gehören, die im Alltag gemacht werden, ob in der Schule, im Supermarkt, im Bus oder am Stammtisch.
Das Register kann dennoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, weil die Mehrzahl der Pöbeleien, Bedrohungen usw. weder bei der Polizei, noch bei den Opferberatungsstellen, bei anderen Einrichtungen oder beim Register bekannt wird. Recherche und Auswertung der gemeldeten Vorfälle werden in enger Zusammenarbeit mit der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus (mbr) und der Opferberatungsstelle „ReachOut“ stattfinden.
Wie funktioniert das Register?
Es wird verschiedene Anlaufstellen im Bezirk geben in denen diskriminierende Beobachtungen und Erfahrungen aufgenommen werden. Dort wird es auch Informationen zu Vernetzungsmöglichkeiten mit demokratischen Akteuren aus dem Bezirk und Informationen über weiterführende Beratungsangebote geben.
Die gemeldeten Vorfälle werden einmal im Halbjahr veröffentlicht und ausgewertet.
Ziel dessen ist in erster Linie eine Informations- und Handlungsgrundlage für demokratische Akteure im Bezirk zu schaffen. Die Sensibilisierung der Anwohnerinnen und Anwohner Treptow-Köpenicks für die Problematik der Diskriminierung im Alltag ist ein weiteres Ziel.
Die Ergebnisse und die gesammelten Vorfälle werden in der BVV vorgestellt, in verschiedenen Bündnissen und auf der Internetseite des Registers.
Wer macht das Register?
Zur Zeit hat das Register keine Finanzierung und ist bei Zentrum für Demokratie Treptow-Köpenick zu erreichen. Es wird ehrenamtlich durch die Sozialwissenschaftlerin Kati Becker koordiniert.
Wie kann ich mich am Register beteiligen?
Melden sie Vorfälle:
Alle Menschen die Zeuge oder Zeugin eines Vorfalls werden oder selbst Opfer werden, können dies beim Register melden. Hierfür wird gemeinsam mit der meldenden Person in einer der Anlaufstellen ein Fragebogen ausgefüllt.
Werden Sie Anlaufstelle:
Anlaufstellen können Einrichtungen und Organisationen sein, die öffentlich beworben werden können oder nur intern für das eigene Publikum zur Verfügung stehen. Die Koordi-nierungsstelle des Registers berät Sie dazu gern.
Werben Sie für das Register:
Das Register kann nur funktionieren, wenn sich Bürger-innen und Bürger aus dem Bezirk beteiligen. Je mehr Menschen das Register kennen, desto differenzierter wird das Bild, das durch die Sammlung der Vorfälle entsteht.
Kontakt
Koordinierungsstelle Register
c/o Villa Offensiv
Hasselwerder Str. 38 – 40
12439 Berlin
Tel.: 0152 – 04 42 57 46
E-Mail: register-tk [at] web.de

Konzept Register
Projektidee
Das Register ist eine Sammlung rechtsextrem motivierter Vorfälle im Bezirk Treptow-Köpenick, die in Anlaufstellen von Bürgerinnen und Bürgern des Bezirks gemeldet werden. Es ergänzt behördliche Statistiken zu rechtsextremen Vorfällen, weil es auch Ereignisse einbezieht, die entweder nicht zur Anzeige gebracht wurden oder keine strafrechtliche Relevanz besitzen. Das heißt, dass neben den bestehenden Statistiken von Polizei und Opferberatung auch Vorfälle einfließen wie Beleidigungen, Pöbeleien oder Anspucken. Viele Vorfälle werden nicht zur Anzeige gebracht, weil sie belanglos erscheinen. Sie spiegeln aber das Verhältnis der Mehrheitsgesellschaft gegenüber Minderheiten wieder. Dieses Verhältnis will das Register genauer erfassen. Dadurch wird die Situation von Opfergruppen rechter Gewalt mehr in die Wahrnehmung der Öffentlichkeit/Mehrheit gerückt. Durch die gesammelten Daten des Registers und durch die Thematisierung von rechtsextremen Vorfällen, soll die Bevölkerung im Bezirk sensibilisiert werden und eine Solidarisierung mit den Opfern solcher Vorfälle stattfinden. Über die Sensibilisierung hinaus soll das Register ein Netzwerk schaffen zwischen Anlaufstellen und meldenden Personen. Je mehr Anlaufstellen es im Bezirk gibt, desto mehr Menschen erfahren vom Register und wissen wo sie sich melden können, wenn sie einen rechtsextremen Vorfall beobachtet haben. Die Vernetzung der Anlaufstellen wird durch die Koordinierungsstelle des Registers geleistet. Dort laufen Informationen und Vorfälle zusammen und werden ausgewertet. Die Ergebnisse des Registers geben Aufschluss über die Art und Häufung von Vorfällen nach Stadtteilen, Jahreszeiten, Täterprofilen, Opfergruppen und inhaltlichen Kategorien. Diese Ergebnisse können in verschiedene Konzepte einfließen. Der Begleitausschuss des lokalen Aktionsplans kann beispielsweise an den Schwerpunkten rechter Gewalt Projekte unterstützen.
Praxis
Rechtsextremismus ist in erster Linie keine Handlung, sondern umfasst verschiedene Einstellungen. Zu diesen Einstellungen gehören: 1. Fremdenfeindlichkeit/Rassismus, 2. Verharmlosung des Nationalsozialismus, 3. Sozialdarwinismus, 4. Antisemitismus, 5. Chauvinismus, 6. Befürwortung einer Diktatur, 7. Homophobie und 8. Feindschaft gegenüber Menschen mit Behinderungen. Wenn diese Einstellungen Motivation sind, andere Menschen zu diskriminieren oder anzugreifen, handelt es sich um Vorfälle, die das Register aufnimmt. Rechtsextrem motivierte Vorfälle kommen in verschiedenen Formen und Lebensbereichen vor. Das Register unterscheidet folgende Formen von Vorfällen: a) Pöbeleien, b) Propaganda, die in Form von Schmiereien, Sprühereien, Aufklebern, Plakaten und Flugblätter vorkommen, c) Sachbeschädigungen, die einen eindeutigen Bezug zu Rechtsextremismus haben müssen, der durch Symbole, die Täter oder den Adressaten eines Angriffs deutlich wird, d) gewaltsame Übergriffe und e) Veranstaltungen, wie Konzerte, Saalveranstaltungen, Demonstrationen und Infotische. Durch die Anwesenheit der NPD in der Bezirksverordnetenversammlung, gibt es einen weiteren Bereich, in dem rechtsextreme Aussagen mit hoher Wahrscheinlichkeit vorkommen. Daher wird die BVV als eigenständige Kategorie aufgenommen. Nicht aufgenommen werden Vorfälle, bei denen eine rechtsextreme Motivation nicht eindeutig erkennbar ist. Das Register kann dabei keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, weil die Mehrzahl der Pöbeleien, Bedrohungen u.s.w. weder bei der Polizei, noch bei den Opferberatungsstellen, bei anderen Einrichtungen oder beim Register bekannt wird. Eine Zunahme an Vorfällen bedeutet nicht unbedingt die Zunahme rechtsextremer Vorfälle, sondern kann auch der Sensibilisierung der Bevölkerung für solche Vorfälle geschuldet sein. Recherche und Auswertung der gemeldeten Vorfälle werden in enger Zusammenarbeit mit der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus (mbr) und der Opferberatungsstelle „ReachOut“ stattfinden. Vorfälle können aus der aktuellen Tagespresse, den Pressemittelungen der Polizei, den Anlaufstellen, Hinweisen von Kooperationspartnern und Akteuren lokaler Initiativen eingehen.
Zielsetzung
Mit Hilfe des Registers soll die Öffentlichkeit auf einer realistischeren Grundlage über das Ausmaß an rassistisch, rechtsextremistisch, homophob oder antisemitisch motivierten Vorfällen und Übergriffen im Bezirk Treptow-Köpenick informiert und für die Folgen sensibilisiert werden.
In den vergangenen Jahren ist es in Treptow-Köpenick immer wieder zu Übergriffen und Vorfällen gekommen. Einige sind bekannt geworden, andere konnten durch das couragierte Eingreifen Anwesender vereitelt werden. Ein Großteil der Vorfälle wird aber nicht bekannt. Viele rassistisch, rechtsextremistisch und antisemitisch motivierte Taten werden nicht bekannt oder nicht als solche wahrgenommen. Mit dem Register soll versucht werden auch solche Vorfälle zu erfassen, und die „alltäglicheren“ Formen einzubeziehen, die unterhalb der Schwelle zur offenen Gewaltanwendung liegen und/oder nicht zur Anzeige gebracht werden. So sollen auch Sprühereien, Aufkleber und Plakate mit entsprechenden Inhalten im Register aufgenommen werden, um ein möglichst genaues Bild der Situation im Bezirk widerzuspiegeln.
Funktionsweise
Es wird verschiedene Anlaufstellen im Bezirk geben in denen diskriminierende Beobachtungen und Erfahrungen aufgenommen werden. Dort füllen meldende Personen gemeinsam mit einer Person aus der jeweiligen Anlaufstelle einen Fragebogen zum Vorfall aus. Die Anlaufstellen haben zum Fragebogen eine Liste mit weiterführenden Beratungsangeboten, falls Betroffene eines Übergriffs weitere Hilfe benötigen. Die ausgefüllten Fragebögen werden dann zur Koordinierungsstelle des Registers geschickt, wo sie bearbeitet werden. Die gemeldeten Vorfälle und deren Auswertung werden einmal im Halbjahr in der BVV, bei lokalen Bündnissen, in der Presse und auf einer eigenen Internetseite veröffentlicht. Ziel dessen ist in erster Linie eine detaillierte Informationsgrundlage für demokratische Akteure im Bezirk zu schaffen und interessierte Akteure aus dem Bezirk zu unterstützen und zu vernetzen. Um immer mehr Akteure in die Arbeit des Registers einzubeziehen, muss die Koordinierungsstelle des Registers bestehende Strukturen im Bezirk aufsuchen und das Register vorstellen. Hinzu kommt eine kontinuierliche Betreuung der Anlaufstellen mit Weiterbildungsangeboten und inhaltlicher Beratung, die langfristig Kompetenzen vermitteln, Unsicherheiten im Umgang mit rechtsextremen Vorfällen nehmen und Vertrauen in Netzwerkarbeit aufbauen soll.

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Zielgruppen
Das Register erreicht alle Menschen, die Diskriminierung im Alltag wahrnehmen können und wollen. Das können Menschen aller Altersgruppen, aller Bildungsschichten und aller regionalen Standorte im Bezirk sein. Eine Grenze der Zielgruppen gibt es theoretisch nicht. Praktisch wird es eine Herausforderung alle Menschen im Bezirk zu erreichen, die Zeit und Überzeugungskraft kosten wird. Um das zu erreichen werden zunächst bestehende Initiativen und Netzwerke persönlich angesprochen, da dort bereits ein Problembewusstsein vorhanden ist, das zur Unterstützung des Registers führt. In einem weiteren Schritt werden solche Einrichtungen und Strukturen angesprochen, die bisher dem Thema Rechtsextremismus wenig Interesse entgegengebracht haben, sich aber in irgendeiner Form im Bezirk engagieren. Die letzte zu erreichende und auch größte Gruppe im Bezirk sind Menschen, die bisher in keiner lokalen Struktur eingebunden sind und die sich nur wenig mit Diskriminierung im Alltag beschäftigen. Durch das Aufsuchen von Akteuren, Strukturen und verschiedenen Einrichtungen im Bezirk, kann Vertrauen in die Arbeit des Registers entstehen.

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