Jahresbericht 2019 der Berliner Register erschienen

"Seit 2016 gehen aus allen Bezirken Daten in die Auswertung ein, für 2019 wurden 3277 Vorfälle dokumentiert, die rassistisch, antisemitisch, antiziganistisch, extrem rechts, antimuslimisch, LGBTIQ*feindlich, den Nationalsozialismus verharmlosend, behindertenfeindlich oder sozialchauvinistisch motiviert sind. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Zahlen leicht gesunken, die Bedrohungssituation für Menschen, die von Rassismus, Antisemitismus oder LGBTIQ*-Feindschaft betroffen sind, hat sich trotzdem verschärft, denn rechter Terror ist präsenter als jemals zuvor. Die Ermordung von Walter Lübke und das Attentat auf die Synagoge in Halle an Jom Kippur machten 2019 bereits deutlich, dass rechter Terror keineswegs mit dem NSU begraben wurde.

Der rechte Terroranschlag auf eine Shisha-Bar in Hanau Anfang des Jahres 2020, sogenannte Feindeslisten von Neonazis, mögliche Netzwerke der extremen Rechten in der Polizei und der Bundeswehr und Anschläge auf Wohnhäuser und Geschäfte im Norden Neuköllns zeigen, dass die Bedrohungslage für Menschen mit Migrationserfahrung und politische Gegner*innen der extremen Rechten anhält. Die Botschaft an Betroffene, dass sie die nächsten sein können, die Gewalt erfahren, kommt an. Der rabiate Ton der vergangenen Jahre hat sich aus den sozialen Netzwerken in den Alltag übertragen. Die Berliner Register dokumentieren deshalb nicht nur die gewaltvolle Spitze des Eisbergs, sondern auch solche Vorfälle, die jenseits dessen ein Klima beschreiben, aus dem heraus Menschen mit unterschiedlichen Merkmalen angefeindet und gedemütigt werden.

Dieses Heft umfasst Artikel für alle Bezirke, stadtweite Trends und Texte von Kooperationspartner*innen der Registerstellen, die für Berlin themenspezifische Dokumentationsstellen aufgebaut haben. So bedrückend die einzelnen Vorfälle auch sind, sie zeigen nur einen Ausschnitt dessen, was Menschen im Alltag einer diversen und offenen Großstadt wie Berlin widerfährt.
Mit der zweiten Ausgabe unseres Jahresberichts hoffen wir, den Perspektiven von Betroffenen mehr Präsenz im öffentlichen Diskurs zu geben."

So schreiben die Berliner Register in der Einleitung um Jahresbericht für 2019.

Die Broschüre fasst Berichte aus allen Berliner Bezirken und eine berlinweite Übersicht zusammen und gibt so einen Überblick über extrem rechte und diskriminierende Vorfälle in der Stadt.

Die Broschüre wurde im September und ist nun digital und gedruckt erhältlich.

Die Broschüre steht hier zum Download bereit oder kann kostenlos bestellt werden.